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Zippermast bei der Lehr- und Versuchsübung „Wie das Heer kämpfen wird"

  • vor 1 Tag
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 18 Stunden


Der Auftrag der Landstreitkräfte sei unverändert: Raum halten und nehmen, auch gegen feindlichen Widerstand. Wie dieser Auftrag erfüllt wird, verändere sich jedoch grundlegend – so Inspekteur des Heeres Generalleutnant Dr. Christian Freuding bei der Lehr- und Versuchsübung des Heeres in Munster.

Er betonte, dass Ziel der Übung sei, zu zeigen wie das Heer künftig kämpfen will – um zu gewinnen. Es gehe nicht mehr allein darum, im mechanisierten Gefecht

Schlüsselgelände zu nehmen. Auf einem nahezu transparenten Gefechtsfeld müssten erst wieder die Voraussetzungen für bewegliche Operationsführung geschaffen werden.


Wir verstehen darunter die Fähigkeit, aufzuklären, zu wirken, und sich der gegnerischen Aufklärung zu entziehen, indem man die eigene Sichtbarkeit minimalisiert. Genau in diesem Kontext wurde der Zippermast in Munster eingesetzt.


Ende April bis Anfang Mai 2026 erprobte das Heer gemeinsam mit verbündeten Streitkräften und der Industrie neue Ansätze der Landkriegsführung. Unter den Besuchern der Übung waren Bundeskanzler Friedrich Merz und Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius, sowie die Mitglieder des Verteidigungsausschusses des Deutschen Bundestags. Zippermast nahm als Industriepartner teil.

 

Was der Zippermast ist – und was nicht


Der Zippermast ist kein Mast im herkömmlichen Sinne des statischen Nutzlastträgers, oder des teleskopischen Hebewerkzeugs. Er ist eine digitale, mobile und höhenverstellbare Schnittstelle zur Vernetzung unterschiedlichster Plattformen mit variablen Nutzlasten. Er versorgt Sensoren oder Effektoren mit Energie und Daten, integriert sich in Battle-Management-Systeme und ermöglicht die digitale Einbindung und Steuerung der Nutzlasten – von Aufklärungskameras bis zu Panzerabwehrwaffen.


Der taktische Vorteil liegt nicht primär in der Höhe, sondern in der Wirkung aus der Deckung: Die Plattform bleibt verborgen, während Sensor oder Effektor nur für kurze Zeit exponiert werden. Danach fährt das System wieder ein. Dadurch sinken Signatur, Expositionszeit und Verwundbarkeit.

 

Zwei Konfigurationen in Munster


Der Inspekteur beschrieb in Munster, wie bereits vorhandene Technologie und solche, die erst in Zukunft in die Truppe eingeführt werden könnte, in einer neuen Art und Weise zusammengeführt wurde. In diesem Verbund war der Zippermast in zwei verschiedenen Konfigurationen eingesetzt.

 Der Zippermast mit Aufklärungskamera integriert auf einem Quad – schnell verlegbar, absetzbar, on demand einsetzbar, mit kurzen Verweilzeiten im Aufklärungsraum. Ergänzt durch eine fernsteuerbare Waffenstation zur Eigensicherung.


In der dynamischen Vorführung – einem Gefechtsverbund aus Boxern, Leoparden, Mörsern, Haubitzen, Hubschraubern, Drohnen, Loitering Munition und unbemannten Fahrzeugen – war ein Zippermast mit Panzerabwehrwaffe auf einem UGV eingesetzt. Der Auftrag: das Führungsfahrzeug des Kommandeurs zu begleiten und die Panzerabwehr zu übernehmen, wenn die bemannten Systeme in Deckung gehen. Das Wirkprinzip: Aufklärungssensoren liefern die Lageinformation, der Mast richtet den Effektor aus, der Operator entscheidet über den Einsatz. Der Mensch bleibt in der Entscheidungsschleife – das System stellt sicher, dass er wirken kann, ohne selbst exponiert zu sein.


Warum ein höhenverstellbarer Mast statt einer auf dem UGV fest montierten Waffenstation? Weil die Plattform in Deckung bleiben kann, während der Mast wirkt. Weil die Höhe sich dem Gelände anpasst. Und weil der Mast keine dedizierte Waffenstation ist – er ist eine universelle Schnittstelle, die heute eine Kamera trägt, morgen eine Panzerabwehrwaffe und übermorgen ein Kommunikationsrelais.

 

Erkenntnisse aus der Erprobung


Ein mehrtägiger Einsatz in einem hochkomplexen Verbund unter Gefechtsbedingungen liefert andere Erkenntnisse als das Labor und war deshalb höchst wertvoll. Obwohl sich das System noch in einem frühen Integrationsstand befand und in weiten Teilen Prototypencharakter hatte, wurde das Risiko eines möglichen Scheiterns bewusst in Kauf genommen, um diese einzigartige Testmöglichkeit nutzen zu können. Es wurde deutlich, wo das System noch stabiler und robuster werden muss. Das Grundkonzept hat sich bewährt. Gleichzeitig wissen wir jetzt, an welchen Punkten die technische Reife weiter erhöht werden muss.

 

Projekt STAFF – Stability for Future


Die laufenden Maßnahmen zur weiteren Stabilisierung und Qualifizierung der Zippermast-Technologie sind im internen Programm STAFF – Stability for Future – gebündelt. STAFF steht bewusst für einen unternehmensweiten Ansatz: nicht nur Technik und Entwicklung, sondern alle Bereiche des Unternehmens bringen gezielt einen unvoreingenommenen Blick auf das System ein, um Schwachstellen zu identifizieren.  


Über den Fortschritt wird hier regelmäßig berichtet.


Generalleutnant Freuding sprach in Munster von „Neugier auf Neues“ und von „spürbarer Aufbruchsstimmung“. Genau mit diesem Anspruch verfolgen wir STAFF.


Das Video mit Generalleutnant Dr. Christian Freuding finden Sie hier:


 
 
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